August – sAugut

11868654_492121827623332_666371357_nManchmal kommt alles zusammen. Ihr kennt das. Auto verreckt, Wasserrohrbruch und damit zusammenhängend Hochwasseralarm in der gesamten Wohnung, der eigene Freund postet Bilder mit dem Hashtag ‚loveontop‘ mit einem heißen Chick im Arm aus dem Urlaub, der eigentlich statt über den Dächern Dubais im Schwarzwald stattfinden sollte und Janet, Roxy, Svetlana oder wie auch immer das blonde Ding heißt, ist eigentlich auch sein bester Freund Gunnar. Und dann stehen zu allem Überfluss noch die Zeugen Jehovas vor der Haustüre und wollen sich in erleuchteter Seelenruhe über Gott und die Welt unterhalten.

Muss ja aber nicht immer so sein. Geht auch anders. Nämlich positiv. Kennt ihr auch. Heute sagt man dazu im hippen Fachjargon ‚läuft bei dir‘. Das ist dann wohl mein Motto für den diesjährigen August. Neuer Job, neues Auto, Herzchen klopft… läuft bei mir.

Hab‘ ich aber schon vorher gewusst. Stand im Jahreshoroskop. Schlecht, wenn man dann aber nicht dran glaubt, weil es bisher ja noch nie wirklich gestimmt hat. Und hier bestätigt die Ausnahme mal wieder die Regel. Überraschung. Wer glaubt schon daran, wenn einem das Hochglanzmagazinchen mit veganem Papier von glücklichen Bäumen weis machen will, dass 2015 die große Liebe, Reichtum und eine erstklassige Gesundheit auf einen warten, während man die zweite Flasche Rotwein kippt, die vergangegen Nacht nur zwei Stunden geschlafen hat und das E-Mailfach nicht mehr zu bieten hat außer Viagra-Rabatt-Aktionen und zwischendurch mal eine elektronisch generierte Jobabsage. Ihr wisst schon – „Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass…. „. Ja, genau, da hat man die unerschütterliche Hoffnung daran, dass dieses Jahr unvergessen famos in die persönliche Erfolgsgeschichte eingehen wird. Frei nach dem Motto ‚Ein Jahr für Gewinner – 2015 Wege in den sicheren Ruin‘. Aber man will ja nicht jammern, schon gar nicht dann, wenn sich das Blatt tatsächlich gewendet hat und einem nichts anderes übrig bleibt außer gut gelaunt durch die Welt zu laufen.

Was lernen wir daraus? „Alles wird gut“ klingt nur scheiße, stimmt aber. Früher oder später. An sich glauben ist eine hervorragende Idee, denn je mehr man daran glaubt, desto länger kann „alles wird gut“ dauern. Des Weiteren liegt ‚gut‘ ja im Auge des Betrachters oder im Gefühl des Fühlers oder eben in zwei Flaschen Rotwein. Gesund ist relativ und schlafen kann man, wenn man tot ist. Wichtig ist, dass man das Ziel nicht aus den Augen verliert, dann erreicht man es früher oder später mit großer Sicherheit. Und ihr wisst ja, hinter der Ziellinie gibt es Sekt, jubelnde Menschen und Endorphine en masse, denn am Schluss spielt es keine Rolle wielange man gebraucht hat, ob man sich kurzzeitig verlaufen hat oder unterwegs gestürzt ist, sondern nur, dass man es geschafft hat.

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