MfG – Mit friedlichen Grüßen

2016-01-15 13.22.41

Ich hatte mir eigentlich geschworen lieber über Fußpilz statt über die Flüchtlingslage zu schreiben aber man soll ja Dinge nicht unnötig in sich reinfressen, sonst bekommt man im schlimmsten Fall ein Magengeschwür. Und laut dem ein oder anderen wären daran ja dann auch wieder die Flüchtlinge schuld. Das wollen wir ja nicht.

Hier der erste elementare Fehler. Wer nicht in der Lage ist sein eigenes Wohlbefinden durch eigene Taten anzuheben, ist eine ganz arme Wurst. Stattdessen lümmelt man lieber unzufrieden, faul und meist noch überfressen, obwohl die uns ja alles wegnehmen, auf dem Sofa und repräsentiert sein Land durch sinnbefreites Nachgelaber idiotischer Massenmedien, weil Logik, Hirnkapazitätennutzung und Eigenliebe offenkundig nicht sehr weit verbreitet sind. Bei dem ein oder anderen Exemplar der menschlichen Spezies, an welchem Ort auch immer es das Licht der Welt erblickt hat, ist Denken eben Glückssache.  Gibt Staubmilben, die sind klüger.

Nächster Punkt – Pauschalgelaber ist wie Pauschalurlaub, billig und nicht gut durchdacht. Wir sprechen hier über Individuen, nicht der Kategorie Flüchtling, Ausbeuter oder gar Verbrecher, nein, wer hätte es vermutet, der Kategorie MENSCH. „Ja, aber die sind ja anders und benehmen können die sich auch nicht.“ Immer besonders süß zu beobachten, wer solche Sätze von sich gibt. Der eine hat sich im letzten Thailandurlaub aufgeführt wie die offene Hose, Gott sei Dank war die Frau nicht dabei, in den Sommerferien hat ja der Kindi zu und einer muss ja auf die Kinder aufpassen. Der nächste hat letztes Wochenende mit geschätzen 3,8 Umdrehung einer Lady im Club an die linke Brust gefasst und gebrüllt „Wetten die ist größer als die rechte?“. Und noch ein anderer hat eben sein Theologiestudium abgebrochen, weil er sich in den Pfarrer seiner Gemeinde verliebt hat und nun im Leben verwirrt ist, weil er es nicht seinen Eltern sagen kann, die sehr gläubig sind und immer noch denken, dass Homosexualität eine Krankheit wäre. (An dieser Stelle verwende ich ‚denken‘ nur stilistisch.)

Es ist also OK, wenn Europäer im Ausland, wo es auch sei, einheimische Frauen vögeln und dabei noch glauben sie würden etwas Gutes tun? Der Gedanke ‚das arme Ding hat dann wenigstens wieder etwas Geld zum Leben‘, beruhigt das hirnlose Fleisch. Worauf leider keiner kommt ist, dass das arme Ding  sein armes Ding niemals freiwillig sehen wollte. Not versteht eben nicht jedes Elend. Es ist also auch OK, dass man einer Frau so mir nichts dir nichts an die Brüste langt, sie ist selber schuld wenn die so abstehen und das Top eng sitzt. Klar, das nächste Mal gehen wir im Rollkragenpulli und der Jogginghose in den Club, ach ja, aber Kopftuch und verhüllen ist ja auch scheiße und falsch. Und dann ist es natürlich OK in unserem hochentwickelten Europa einem Kind zu vermitteln, dass Homosexuelle anders sind, bis dieses sich als Erwachsener in tiefer Depression befindet, vor lauter Angst von seinen Eltern, dem Umfeld und der ganzen furchtbar gesunden Gesellschaft als krank wahrgenommen zu werden. Doppelmoral. Das ist krank.

Eigentlich wollte ich sowas schreiben wie, lasst Liebe walten, nehmt euch an der Hand und lasst Hass und Dummheit nicht gewinnen… daraus wurde leider nichts, da einfach dem ein oder anderen so gewaltig der Helm brennt, dass man mit Heileweltgerede auch nicht weit kommt. Vielleicht sollten wir alle, jeder für sich, mal tief in uns gehen und uns genau überlegen was recht und gerecht ist, bevor wir mit weit von uns gestrecktem Zeigefinger auf Leute zugehen, sie beleidigen, ohne auch nur ihren Namen zu kennen. Denn wir brauchen weder die Politik, noch Geld für ein wenig Bedacht, ein offenes Herz und Menschlichkeit.

 

 

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