Basti zählt Tüten & ich zieh‘ auf’s Land

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Basti hat sich neuerdings eine umweltbewusste Lebensaufgabe an den Hals getackert – kurz gesagt – er zählt Plastiktüten. Wie es dazu kam…

Ein mit Basti befreundetes Pärchen verzichtet seit neuestem weitestgehend auf Plastikverpackungen jeglicher Art und zwingt sein Umfeld damit moralisch schwer in die Knie. So auch Basti, der sich nun eine Woche lang mit seinem persönlichen Plastikverbrauch beschäftigt und den Kunststoffen den Krieg erklärt hat. So zückt er am ersten Morgen seiner ‚world of plastic‘-Woche in tiefer Selbstreflektion Zettel und Stift und notiert sich sein erstes erstandenes Plastiktütchen. Frühstück Nummer eins, der türkischer Bagel (Acma). Wenn nach dem ersten Frühstück der kleine Hunger kommt, gibt es logischerweise ein zweites Frühstück und direkt dazu, ja genau, das zweite Plastiktütchen. Essen macht durstig, da freut man sich über den riesigen 20 Liter-Wasserspender aus Plastik im Büro, passend dazu gibt es diese weißen kleinen Plastikbecher, die ein wenig wie Kondome gehandelt werden – nach einmaliger Benutzung bitte entsorgen. Was bei Plastikbechern aber eindeutig besser funktioniert und völlig unbedenklich ist, wenn man mal zwei übereinander gestülpt hat, ist auch gleich viel griffiger, liegt besser in der Hand uuuund das alles gibt’s gratis to go.

Da macht Basti ganz klar nicht mehr mit und hat seine Wasserflasche parat, wiederbefüllbar, aus Glas, unglaublich nachhaltig aber spätestens in der Kantine zum Mittagessen gerät er in’s Schwitzen, wenn die Wasserflasche voll ist und man zum Essen dann aber doch lieber eine Cola oder einen Orangensaft mag. Also kommt der nächste Plastikbecher zum Einsatz. Alle anderen Wertstoffe würden hier auch rein optisch negativ in Erscheinung treten, neben den Plastikschalen mit Obst und Brötchen, dem Plastikgeschirr und -tablett und den liebevoll einzeln verpackten Früchten und Törtchen in winzigen Plastiktütchen mit bunten Verzierungen und Spielereien. Und wenn man mal nicht alles schafft, bekommt man den Rest eingpackt zum Mitnehmen – in einer Plastiktüte natürlich. Mit dieser kann man sich dann völlig unerkannt auf jedem Bazar oder Markt einreihen, dort gibt es Tüten wie Sand am Meer, vornehmlich in weiß, rosa und grün aber man trifft auch gerne mal auf schwarze, rot und orangene. Farbvielfalt im Plastikdschungel ist nicht zu verachten. Basti hat leider vergessen mir sein Fazit der Aktion zu senden, vielleicht denkt er auch noch darüber nach oder die Studie ist noch gar nicht abgeschlossen. Ich persönlich glaube, dass es sinnvoll ist, sich immer wieder bewusst zu machen, was man tut, in welchem Ausmaß und wie man das ein oder andere unnötige Verpackungsmaterial ganz leicht ersetzen kann, der Umwelt zuliebe oder einfach auch, weil man gut und gerne drei Mal die Woche weniger den Müll rausbringen muss und eine wesentliche Streifrage in der WG sich ganz einfach in Wohlgefallen auflöst.

Während Basti sich in Istanbul in Selbstversuchen übt, gehen hier die Dinge endlich mal voran. Tatsächlich habe ich es nach nun fast einem Jahr geschafft eine Wohnung zu finden und werde zum Juli umziehen. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen, denn am Ende ging es natürlich doch wieder unglaublich schnell. Der ein oder andere meiner Freunde ist ein wenig irritiert von der Lage, da es ein kleines Dörfchen ist, über das ich selbst bis vor einigen Wochen noch Witze gerissen habe aber ich finde der Garten und die Pipi Langstrumpf-Veranda entschädigen für die Abgeschiedenheit und wer bitte hat etwas gegen Ruhe und ländliches Idyll einzuwenden? Für Einkäufe und Besuche würde ich dann die Postkutsche nehmen, die einmal in der Woche vorbeifährt und meine Brieftaubenzucht läuft auf Hochtouren. Ihr seht, ich habe alles gut durchdacht und vollstens im Griff.

Besonders stolz bin ich diese Woche allerdings auf meine erste Veröffentlichung als Gastautorin auf beziehungsweise.de. (nachzulesen hier: Ist Liebe eine Gleichung? ) Hier werde ich nun immer wieder kleinere Gastbeiträge aus der Gefühlskiste schreiben und freue mich natürlich immer über Feedback, Anregungen und Vorschläge aller Art.

Vicky

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