Nach 1 kommt 2

..und wer bis drei zählen kann, der weiß Bescheid.

Logische Abfolgen waren mir bislang ein Rätsel. Das könnte hauptsächlich daran liegen, dass ich sie immer mit Mathemathik und nicht enden wollenden Schulstunden in Verbindung gebracht habe. Tatsächlich aber ist es ganz einfach. Dann, wenn es am Ende des Denkens, Diskutierens und sämtlicher Entscheidungsverfahren Sinn macht. Das nämlich, ist die angewandte Logik.

Dass man bei einer Fernsehserie die Folgen nacheinander ansieht, macht Sinn. Denn es baut aufeinander auf, Dinge werden nach und nach klarer und je nach Aufbau des Plots bleibt es spannend bis zum Schluss.

Es ist ebenso logisch, dass man bei einer Triologie, den ersten Band zuerst liest. Klar ist auch, dass nach Band drei Schluss ist. Kann gut oder auch schlecht ausgehen. Aber das Ende ist faktisch gesetzt. So auch früher oder später bei jeder noch so tollen und aussichtsreichen Serie. Der ein oder andere kennt die latente Panik beim Lesen oder Schauen, dass ein jähes Ende naht und man ist bereits währenddessen ein wenig enttäuscht, dass etwas so Schönes ohne Fortsetzung bleiben soll.

Im Leben ist das Gott sei Dank anders. Oder sagen wir lieber, dass es anders sein kann. Wir schreiben unser Drehbuch immerhin selbst und entscheiden, wen wir als Hauptdarsteller wollen und wieviele Kapitel, Folgen oder Akte derjenige an unserem Werk teilhaben darf. Ebenso in welcher Form, Dimension und Intensität. Dabei ist nicht unbedingt ausschlaggebend mit wem man sich verbindet und auf welche Weise, viel wesentlicher ist, dass nun zwei Personen an einer Geschichte schreiben und den zukünftigen Inhalt und Ausgang maßgeblich bestimmen und beeinflussen. Das wiederum erfordert ein wenig konzeptionelle Arbeit. Im wahren Leben nennt man das den gemeinsamen Lebensweg und die Idee davon, wohin er führen soll. Das macht man natürlich – ganz logisch – zu Beginn. Wer lieber unbeeinflusst alleine schreiben will, sollte sich an dieser Stelle wohl auf Biografien spezialisieren.

Doch wie schnell springen wir in der Realität von Episode eins zur nächsten? Das vermag ich nicht zu sagen, denn hier sind Dauer und Zeitspanne nicht gesetzt. Wichtiger ist jedoch, dass man demselben roten Faden folgt und das möglichst mit der gleichen Geschwindigkeit. Denn nur dann erreicht man gemeinsame Ziele miteinander, ohne sich gegenseitig zu überholen, aus dem Blick zu verlieren oder gar zu überfahren. Dabei nicht unerheblich, um nicht zu sagen dringend erfoderlich für weiteres Voranschreiten,  ist ein erfolgreich abgehandeltes vorangehendes Kapitel, quasi das Fundament, auf dem weiter logisch und verständlich aufgebaut werden kann. Das ist das oben genannte Konzept, das wohl durchdacht und beidseitig überprüft sein sollte.

Läuft das Format erfolgreich an und kann es die Zuschauerzahlen halten? Nunja, im äußersten Fall setzt man die Serie ab, die aus verschiedenen Gründen nicht besonders gut lief. Frei nach dem Motto ‚Verluste gibt’s immer‘, macht man einen Haken dahinter und setzt sich hinter ein neues Projekt. Enttäuscht sind nachher hauptsächlich die Fans. Gut, dass man Einschaltquoten im echten Leben nicht benötigt. Hier entscheidet man sich miteinander füreinander, frei von Applaus und Wochenumfragen. Äußere Einflüsse bewirken nicht das kurzfristige Ende, denn die Jury sind wir immer und ausschließlich selbst. Ich lehne mich aus dem Fenster und behaupte, dass es dennoch sehr viel mehr Mut erfordert sich auf diesen Weg zu begeben, an dessen Ausgang man nur zu einem gewissen Anteil mitwirken kann. Hier hilft kein Radiergummi, um falsche Worte zu verwischen und unbeschriebene Zeilen zu hinterlassen, wo man weitermachen kann, als wäre nie etwas gewesen. Im Hier und Jetzt ist Ausschalten noch lange nicht Abschalten und es gibt auch keine Vorschau, zur Beruhigung der Nerven oder gar dem Abwägen richtiger Zeitpunkte und Entscheidungen.

Für meinen Teil bin ich sehr froh, dass wir nicht in die Zukunft blicken können, es würde uns unendlich viel Schönes nehmen, Erfahrungen rauben und unnötig beunruhigen. Ich habe jemanden gefunden, der mir die Ruhe und Gelassenheit gibt loszulaufen, weil wir Seite an Seite gehen, Hand in Hand und mit zielgerichtetem Blick in die gemeinsame Zukunft. In Momenten der Sorge und Angst, nimmt er mir diese Last ab. Damit ich ohne Ballast laufen kann. Er gibt mir die Sicherheit und die Energie, die man für eine lange Reise benötigt. Und sollte es dann und wann mühsam werden, weiß ich, dass es er sein wird, der es mir ansieht und die Decke zum Rast auslegt. Danke für den bis hierhin gemeinsam gegangenen Weg und auf noch unendlich viele Meilensteine mehr. ❤

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